Großprojekt: Ein Investor baut am Hafenkopf in Leer jetzt alleine.

Do. 8. Januar 2026
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Ostfriesen-Zeitung. 

 

Großprojekt: Ein Investor baut am Hafenkopf in Leer jetzt alleine.

 

Es ist das derzeit größte städtebauliche Projekt in Leer: die Bebauung des Hafenkopfs. Jetzt zieht sich die Leda-Gruppe zurück und Co-Partner Terfehr übernimmt alles. Das sind die Hintergründe.

 

Leer - Diese Nachricht kommt wirklich überraschend: Nach jahrelangen Verzögerungen bei der Bebauung des Hafenkopfs in Leer, hat es zum Jahreswechsel eine weitreichende Veränderungen gegeben. Die Terfehr Projektentwicklungs GmbH wird das Großprojekt in Eigenregie umsetzen, der Baustart soll im ersten Quartal bekanntgegeben werden. Darüber informierte die Terfehr Gruppe aus Rhede in ihrer Januar-Ausgabe des Mitarbeiter- und Kundenmagazin GT News. Die Leeraner Leda-Gruppe um Eigentümer Kuno Fischer hat ihre für den Hafenkopf verantwortliche Tochterfirma, die Leda Immobilien VII GmbH, an das emsländische Unternehmen verkauft und gibt damit ihren Anteil am Hafenkopf ab.

Im Magazin spricht Terfehr von einem „klaren Bekenntnis zum Hafenkopf- Projekt“. Die insgesamt 2.800 Quadratmeter große Fläche besteht aus zwei Grundstücken. Der von der Nessebrücke aus gesehene rechte Teil gehörte bereits Terfehr, der linke hingegen der Leda Immobilien VII GmbH der Leda-Gruppe. „Diese Firma haben wir übernommen“, sagt Johannes Kirchner, Geschäftsführer der Terfehr Projektentwicklungs GmbH auf Nachfrage. „Es ist eine spannende und neue Entwicklung.“ Der Kaufprozess habe über einige Wochen im zweiten Halbjahr 2025 gedauert. Details zu den Verhandlungen will Kirchner nicht nennen. „Die Chance für uns war da, weil Bereitschaft vorhanden war, es abzugeben.“

 

Gespräche mit der Stadt Leer

 

Die Stadtverwaltung hatte beide Investoren im vergangenen Jahr auf Basis der geschlossenen Verträge aufgefordert, eine Lösung zu präsentieren, „wie sich das Mega-Projekt ,Hafenkopfbebauung‘ in Leer nach vielen Jahren des Stillstands nun realisieren lässt“, teilt Stadtsprecher Edgar Behrendt mit. „Nach mehreren gemeinsamen Abstimmungen, die unter Verschwiegenheit stattgefunden hatten, konnte nun die entscheidende Weichenstellung gelingen.“ Leda Immobilien ziehe sich aus dem Vorhaben zurück und das Unternehmen Terfehr übernehme als alleiniger Bauherr. „Aktuell laufen zwischen der Stadtverwaltung und Terfehr weitere Gespräche zur Abstimmung der Details“, so Behrendt.

 

„Wir kennen das Projekt aus dem Effeff, wir kennen alle Details“, betont Johannes Kirchner. „Es war schnell klar, dass wir unseren Hut in den Ring werfen wollen.“ Sie seien froh, dass sie es so hinbekommen haben und jetzt den kompletten Hafenkopf als Firmengruppe Terfehr bauen können. „Das ist für uns eine einmalige Chance.“ Die Leda-Gruppe hat auf eine Anfrage der Redaktion zu den Beweggründen des Verkaufs nicht reagiert.

 

Schon 2017 sollte erstmals der Bau am Hafenkopf beginnen

 

Auf dem rund Grundstück soll ein attraktives Quartier mit zwei großen Wohn- und Geschäftshäusern errichtet werden, die aus insgesamt zehn Sektionen bestehen. Außerdem soll eine Promenade mit gastronomischem Angebot und hoher Aufenthaltsqualität entstehen. Es habe eine Menge intensive Arbeit gefordert, den Kauf zum Jahresende hinzubekommen. „Wir haben uns bislang auf die Gebäudeplanung unseres Hafenkopfteils konzentriert“, erklärt Kirchner. „Wir müssen uns jetzt in kürzester Zeit in den anderen Bereich reinarbeiten.“ Man befinde sich aber bereits in intensiven Gesprächen mit ausführenden Firmen für den Wasserbau. Dieser sei sehr verzahnt mit dem Tief- und Hochbau. Zum konkreten Baustart könne er daher noch nichts sagen. Es soll aber im ersten Quartal dieses Jahres bekanntgegeben werden.


Schon 2017 sollte erstmals mit den Bauarbeiten begonnen werden. Damals kam den Investoren ein Streit zwischen Landkreis und Stadt dazwischen, die sich nicht einigen konnten, wie mit Altlasten auf einem Nachbargrundstück umzugehen ist. Auch die Baugenehmigung für die Arbeiten im Wasser hatte mehr Zeit verschlungen als geplant. Als es 2021/2022 schon fast so aussah, als ob gebaut werden könnte, kam der Angriff Russlands auf die Ukraine dazwischen. Mit dem Krieg stiegen die Stahlpreise rasant. Der Baustart musste erneut verschoben werden.

 

Freude bei Terfehr und dem Bürgermeister

 

„Das wird groß“, wird Gerrit Terfehr, Geschäftsführer des Familienunternehmens, jetzt in dem Mitarbeiter- und Kundenmagazin zitiert. „Wir gehen hier eine neue Dimension ein – es ist das größte Projekt, das Terfehr jemals realisiert hat. Wir freuen uns sehr auf diese Aufgabe und setzen alles daran, den Baustart weiterhin mit voller Entschlossenheit voranzutreiben.“ Das betont auch Johannes Kirchner: „Wir sind echt stolz und freuen uns.“ Der Hafenkopf sei ein besonderes Projekt. „Wir wissen um die städtebauliche Relevanz.“

 

Bürgermeister Claus-Peter Horst zeigt sich laut der Mitteilung der Stadt hocherfreut, „dass das neue Jahr mit dieser sehr positiven Entwicklung beginnt und sich eine zeitnahe Umsetzung des für die Stadt Leer sehr wichtigen Hafenkopfprojektes abzeichnet“.

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