Spatenstich am Hafenkopf

Mo. 7. September 2026
Spatenstich Hafenkopf

Ostfriesenzeitung. 

Große Freunde beim symbolischen Spatenstich für die Bebauung des Hafenkopfes in Leer (von links): Stadtbaurat Jens Lüning, Bauunternehmer Gerrit Terfehr, Bürgermeister Claus-Peter Horst, Projektleiterin Susanne Lange, Architekt Dirk Terfehr und Johannes Kirchner, Geschäftsführer der Terfehr Projektentwicklung GmbH.

 

Vor elf Jahren wurden erstmals die aktuellen Pläne für den Hafenkopf vorgestellt. Seit 2019 gilt der Bebauungsplan. Doch lange tat sich nichts. Jetzt haben die Arbeiten begonnen. Das wird dort gebaut.

 

Leer - Die Sonne strahlt. Die Temperaturen sind bei sommerlichen 27 Grad. Es ist das passende Wetter für ein Ereignis, mit dem einige schon gar nicht mehr gerechnet haben. Am Leeraner Hafenkopf haben die Bauarbeiten für das große städtebauliche Projekt begonnen. Die Terfehr Gruppe aus dem emsländischen Rhede setzt jetzt die Pläne um, die vor gut elf Jahren erstmals vorgestellt wurden.

„Seit 2015 haben wir ständig die Frage gehört: ,Wann geht es endlich los mit dem Hafenkopf?‘“, sagt Unternehmenschef Gerrit Terfehr am Montag, 7. September 2026, beim symbolischen ersten Spatenstich mit zahlreichen geladenen Gästen. Die zweithäufigst gestellte Frage sei gewesen: „Wird das überhaupt noch etwas?“ Für Gerrit Terfehr sei immer klar gewesen, „dieses Projekt wird kommen“. Die Frage sei irgendwann weniger das Ob, als das Wann gewesen. „Ich freue mich, dass ich auf die Frage, wann es los geht, ab sofort eine ausgesprochen einfache Antwort habe: jetzt.“

 

Architektonischen Gedanken für den Hafenkopf stammen schon aus den Jahren 2014/2015

 

Der Hafenkopf sei für die Terfehr Unternehmensgruppe ein ganz besonderes Projekt. „Es ist das größte Einzelprojekt unserer bisherigen Firmengeschichte“, sagt er. Hier treffen Innenstadt und Hafen, Wohnen und Arbeiten, Gastronomie und Freizeit unmittelbar aufeinander. „Wer an so einer Stelle bauen darf, bekommt eine große Chance. Übernimmt aber auch eine große Verantwortung“, weiß Terfehr.

Bemerkenswert sei: Die wesentlichen architektonischen Gedanken stammen bereits aus den Jahren 2014/2015. „Mein Bruder Dirk hat das gemeinsam mit Gerhard Eden entwickelt“, sagt Gerrit Terfehr. „Wenn man bedenkt, was sich in zehn, elf Jahren in Architektur und Stadtentwicklung verändert hat, ist für mich eine Sache außergewöhnlich: Ich würde das Projekt heute nicht anders planen.“ Die Architektur passe auch heute noch, genau zu diesem Ort.

 

Dank an Familie Fischer, mit der man das Projekt gemeinsam begonnen hatte

 

Terfehr dankte auch der Leeraner Familie Fischer. „Wir haben das Projekt mit Kuno Fischer und seinem Vater gestartet.“ Für Kuno Fischer sen. sei der Hafenkopf ein echtes Herzensprojekt gewesen. „Er kann diesen Tag leider nicht mehr miterleben.“ Kuno Fischer sen. starb am 28. Dezember 2020.

Im Herbst 2025 habe er mit Kuno Fischer jun. in dessen Büro mit Blick auf den Leeraner Hafen zusammengesessen, erinnert sich Gerrit Terfehr. „Wir haben offen und fair miteinander verhandelt.“ Kuno Fischer habe von Anfang an klargemacht, wenn er seine Anteile am Hafenkopf abgebe, solle Terfehr die Möglichkeit bekommen, dieses Projekt weiterzuführen. „Er hat ganz bewusst keine anderen Interessenten mit einbezogen“, dankt Terfehr Kuno Fischer.

 

Das Hafenkopf-Projekt in Zahlen

 

Johannes Kirchner, Geschäftsführer der Terfehr Projektentwicklung GmbH, erläutert, dass das Hafenkopf-Projekt aus einem Reihenhaus mit acht Giebeln besteht. Dort werden 34 Wohnungen und drei Gewerbeeinheiten entstehen. Etwa 3.245 Quadratmeter Wohnfläche und 394 Quadratmeter Nutzfläche werden gebaut. Im Turmhaus in Richtung Kreisel sind es vier Gewerbeeinheiten und acht Wohnungen. Die Wohnfläche beträgt hier 709 Quadratmeter und die Nutzfläche 1.136 Quadratmeter. Unter dem Reihenhaus wird laut Kirchner eine Tiefgarage mit 35 Stellplätzen errichtet. Hinzu kommen 22 Außenstellplätze.

 

„Uns war es wichtig, keinen monolithischen Block zu bauen“, erklärt Architekt Dirk Terfehr. Die Giebelhäuser greifen die Architektur beispielsweise der Georgstraße wieder auf. „Die Häuser öffnen sich bewusst in Richtung Hafen“, beschreibt der Architekt die Pläne. „Auf der wasserabgewandten Seite ist das Gebäude bewusst etwas geschlossener gehalten.“ Zwei Durchgänge führen zum Wasser beziehungsweise zur Promenade.


 

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