• Kategorie: Wohnen, Gewerbe
  • Lage: Bernd-Rosemeyer-Straße 9-11, 49808 Lingen
  • Bauherr: Neue Osnabrücker Zeitung GmbH & Co. KG
  • Fertigstellung: 2021
  • Fläche: 6.500 qm BGF
  • LP: 1-8

NOZ Quartier Lingen

Das NOZ Quartier befindet sich in unmittelbarer Nähe zwischen der Lingener Altstadt und dem Bahnhof mit der gegenüberliegenden Hochschule Osnabrück, dem Campus Lingen. Der parkähnliche hintere Bereich bildet besondere Rahmenbedingungen. Großmaßstäbliche Bebauungsstrukturen, kleinteiligere Wohnstrukturen und grüne Freiflächen mit altem, schönem Baumbestand prägen das Grundstück.

Zentraler Gedanke des Gebäudes ist es, behutsam mit dem Park umzugehen und qualitätsvolle, spannungsreiche Zwischen- und Außenbereiche mit unterschiedlichen Bezügen zum Park und zur Straßen- und Bahnseite zu schaffen. Der Neubau mit seiner moderaten Höhenentwicklung stellt sich nicht in Konkurrenz zur denkmalpflegerisch schützenswerten Stadtsilhouette, sondern versucht, einen, durch seine Skulpturalität, modernen Transparenz auf der einen und der ortstypischen Klinkerstruktur auf der anderen Seite, eigenständigen Charakter zu bilden.

Das NOZ Quartier Lingen stellt sich selbstbewusst und präsent in den Straßenraum; durch bedachtes Einknicken, Auskragen und Rausdrehen, schafft es Plätze, bettet sich in den Park ein und ermöglicht gezielt Ein- und Ausblicke. Ein Durchgang im Erdgeschoss verbindet Park und Straßenseite und schließt an die Stadtgrabenpromenade an. Der Park als grüne Oase dient als Erholungsraum für Mitarbeiter und Bewohner und unterstreicht den zentralen Gedanken dieses Entwurfs.

Durch das Einknicken und Rausdrehen rückt das Gebäude vom Bahnhof kommend in den Straßenraum und ermöglicht so eine erhöhte Sichtbarkeit und Präsenz. Zudem entsteht durch das Einrücken in den Garten ein einladender Vorplatz, welcher sich durch den großzügigen Unterschnitt im Erdgeschoss mit der Parkanlage mit ihren modellierten Rasenflächen und Baumgruppen verbindet. Hügelig modellierte Pflanzovals auf der Straßenseite dienen als verbindendes Element zum Park und gliedern den Vorplatz. Sitzbänke umrahmen die Pflanzovals und laden zum Verweilen ein. Auch auf der Gartenseite entstehen Bereiche, welche als Treff- und Kommunikationspunkt, sowie als Aufenthaltsflächen mit Terrassen des Cafés und des Veranstaltungsraums für die Mitarbeiter und Bewohner des Medienhauses dienen.

Klinker als klassisches und zeitloses ortstypisches Material der Stadt Lingen und der Region wird beim Neubau im Sockelbereich und auf der Garten- und Parkseite eingesetzt. Das Gebäude zeigt sich hier mit einer ruhigen und gleichmäßigen homogenen Lochfassade. Zum Bahnhofsplatz und Campusseite präsentiert sich das NOZ Medienhaus mit Transparenz und Durchlässigkeit. Ein silberschimmernder Rahmen unterstützt auf der Straßenseite die helle und transparente Fassade. Opake Glaselemente gliedern die Pfosten-Riegel-Konstruktion. Im Kontrast hierzu steht der ortstypische Klinker im Sockelbereich und auf der Gartenseite und unterstreicht den skulpturalen Charakter.

Copyright Fotos: Hans Jürgen Landes